|
Dringliche Motion GFL - Fraktion:
Rauchfreier Schulbetrieb der Burgdorfer Schulen
Der Gemeinderat wird beauftragt, den Erlass eines generellen Rauchverbotes während der Unterrichtszeit auf dem Schulareal, auf Sportanlagen der Gemeinde Burgdorf sowie bei Schulanlässen aller Art auszuarbeiten und umzusetzen.
Begründung:
Das Jahr 2005 ist von der UNO zum Jahr des Sports ernannt worden. Die Gemeinde Burgdorf soll dazu auch ein Zeichen in Bezug auf Suchtprävention setzen. Rauch und Kinder/Jugendliche, Rauch und Schule, Rauch und Sport, diese Verbindungen sollen nicht mehr länger akzeptiert werden. Es soll während der Unterrichtszeit weder innerhalb der Schul- und Sportanlagen wie Schulhäusern, Turnhallen und Pausenplätzen noch bei Schulanlässen wie Schulreisen, Projektwochen, Wintersportlager etc. geraucht werden dürfen. Immer wieder kommt es vor, dass Schülerinnen und Schüler (auch Lehrkräfte) auf Pausenplätzen, Schulreisen oder Lagern zum Glimmstängel greifen. Dies soll mit der hier geforderten Massnahme in Zukunft vermieden werden. Prävention beginnt bei den Jüngsten, den Kindern und Jugendlichen. Diese müssen einerseits geschützt werden vor den schädlichen Folgen des Rauchens (siehe Zahlen und Fakten). Anderseits können die Lehrkräfte ihre Vorbildfunktion mit dieser Massnahme besser wahrnehmen. Der Grosse Rat des Kantons Bern hat am 21. Juni 2005 die Motion – Saubere Luft in öffentlich zugänglichen Innenräumen - mit 117 zu 57 Stimmen angenommen. Der Rat will damit den Anliegen einer grossen Mehrheit der Bevölkerung (ca. 70% Nichtrauchende) und der Gesundheitsprävention Rechnung tragen. Die Gemeinde Muri b. Bern hat einen parlamentarischen Vorstoss in der gleichen Richtung angenommen und setzt per nächstem Schuljahr das generelle Rauchverbot um. Nach den Vorbildern Italien: komplett rauchfrei in öffentlichen Räumen, Spanien: Ab 1.12.05 rauchfreie Gaststätten und weiteren europäischen Ländern, deren Gesetzgebung in die gleiche Richtung laufen, ist ab dem 11.12.05 in der Schweiz auch der Öffentliche Verkehr generell rauchfrei.
Begründung zur Dringlichkeit:
Im Bereich Suchtprävention ist dringend Handlungsbedarf angesagt. Die Bestrebungen auf Bundesebene sind richtungsweisend. Die Schulstadt Burgdorf soll auch in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung Vorbildcharakter zeigen und Verantwortung übernehmen. Neuregelungen im Schulbereich sollten per Anfang eines neuen Schuljahres eingeführt werden. Damit die Massnahme auf das kommende Schuljahr (2005/06) umgesetzt werden kann, ist es notwendig, dass der Stadtrat noch 2005 über diese Vorlage entscheidet.
Zahlen und Fakten
*Täglich sterben in der Schweiz 25 Menschen an den Folgen des Rauchens. Das sind mehr als alle Todesfälle durch Aids, harte Drogen, Alkohol, Verkehrsunfälle, Morde und Suizide zusammen. *Jährlich sterben in der Schweiz ca. 9'000 Menschen an den Folgen des Rauchens, 3'500 an den Folgen des Alkoholkonsums und 200 an Drogen. *Jede vierte jugendliche Person im Alter von 10 bis 17 Jahren hat Erfahrung mit Rauchen. *Rauchen ist die wichtigste einzelne Ursache für vorzeitige Todesfälle. *Rauchen bedeutet ein 30fach höheres Risiko an den Atemwegsorganen zu erkranken. *Rauchende haben ein 10-mal höheres Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. Lungenkrebs ist in 80-90% der Fälle durch das Rauchen verursacht. *In der Schweiz bezeichnen sich 33% der 15- bis 74-Jährigen als Rauchende. *Für Personen, die mit 15 Jahren zu Rauchen beginnen, besteht eine 50%ige Wahrscheinlichkeit, frühzeitig an den Folgen zu sterben. *In der Schweiz sterben jährlich 200 Personen an den Folgen des intensiven Passivrauchens. *60% der rauchenden Personen möchten vom Tabak loskommen. *Nikotin hat ein dem Heroin vergleichbares Abhängigkeitspotenzial.
Burgdorf, 7. November 2005 Ansprechperson: Christoph Grimm
Zu Stadtrat Burgdorf |
|