|
Motion der Grünen Freien Liste
Kindergerechte Pausenräume auf
allen Schulanlagen Burgdorfs
eingereicht am
21. Juni 2010
Der Gemeinderat
wird aufgefordert, dafür zu sorgen, dass
1.
in Burgdorf ein Gesamtkonzept für die
Gestaltung der Pausenplätze der verschiedenen Schulhäuser realisiert wird;
2.
dieses Konzept anerkannten Kriterien der
einschlägigen Fachstellen folgt;
3.
den spezifischen Bedürfnissen der
verschiedenen Schulstufen Rechnung getragen wird;
4.
die verfügbaren Mittel sowohl für die
Gestaltung als auch den Unterhalt der Plätze ausreichend sind und gerecht
auf die verschiedenen Schulanlagen verteilt werden;
5.
bei Umbauten rechtzeitig die nötigen
Massnahmen getroffen werden, um die Einschränkungen für die betroffenen
SchülerInnen auf ein Minimum zu reduzieren und wo nötig Ersatzraum zur
Verfügung zu stellen;
6.
bei Klassenverschiebungen (Unter-, Mittel-,
Oberstufe) frühzeitig mit der Planung begonnen wird und die nötigen Mittel
zur Verfügung gestellt werden, um den veränderten Bedürfnissen gerecht zu
werden.
Begründung
Die Pausenplatzsituation in den verschiedenen
Schulhäusern Burgdorfs präsentiert sich komplett unterschiedlich. Während
einzelne Schulen ausgezeichnete Pausenräume vorweisen können und finanziell
fast alles möglich schien, ist die Situation in anderen Schulen sehr
problematisch.
Es ist bekannt, dass SchülerInnen, welche das
Schulhaus wechseln (müssen), dies zum Teil mit grossem Unbehagen tun, weil
sie am neuen Ort derart verschlechterte Pausenplatzbedingungen antreffen. In
der Vergangenheit kam es vor, dass Spielgeräte mit Benützungsverbot belegt
werden mussten, da sie nicht mehr sicher waren (z.B. Kindergarten
Gyrischachen).
Bei Umbauten wie zum Beispiel im Schulhaus Pestalozzi
war die Pausenplatzsituation während zweier Jahre unzumutbar. Das Bedürfnis
nach Ausgleich und Bewegung ist pädagogisch unbestritten und dessen
Bedeutung für das erfolgreiches Lernen und letztlich den Schulerfolg wird
von sämtlichen Fachleuten einhellig anerkannt.
Dieses Bedürfnis der Kinder nach Bewegung kann auch
nicht aufgeschoben werden: zwei Jahre entsprechen auf der Oberstufe unter
Umständen der gesamten Verweildauer eines Kindes an diesem Schulhaus.
Folgeprobleme (Unruhe während den Schulstunden, erhöhtes Konfliktpotential,
grössere Agressivität, problematische Ersatzaktivitäten usw.) treten fast
unmittelbar auf und können die Befindlichkeit der Kinder, den Unterricht und
letztlich den Lernerfolg rasch beeinträchtigen.
Verschiedenenorts in der Schweiz und im angrenzenden
Ausland existieren Standards betreffend der Gestaltung von Pausenplätzen.
Die Fachstelle SpielRaum (Bern) berät in entsprechenden Fragen. In Burgdorf
ist bisher keine übergeordnete Strategie in Sachen Pausenraumgestaltung
sichtbar.
Verschiedenenorts musste das
Geld für die Gestaltung (z.B. Schlossmatt) oder den Unterhalt der Geräte (Gsteighof)
in Form von Basarveranstaltungen und Festivitäten durch die Eltern und die
Quartierbevölkerung selber zusammengetragen werden. Solche Anlässe können im
Sinn der Identifikation mit einem Projekt zwar sinnvoll sein, die
Finanzierung der Pausenplätze und deren Unterhalt kann jedoch nicht Aufgabe
der aktuell in einem Schulhaus involvierten Familien sein.
Zum Seitenanfang
Zurück zu Stadtrat Burgdorf |