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Stand: 27.5.2008

Motion GFL-Fraktion

betreffend Energiestandards von Städtischen Gebäuden

Minergie-P-Standard bei städtischen Bauvorhaben

Wir fordern den Gemeinderat auf, für gemeindeeigene Bauvorhaben und bestehende Liegenschaften

folgende Energie-Standards festzulegen:

1.Neubauten müssen in der Regel den Minergie-P-Standard oder, falls für die betreffende Gebäudekategorie noch keine Grenzwerte definiert sind, dem Minergie-P-Standard entsprechende Kennzahlen erfüllen. In begründeten Fällen können Ausnahmen gewährt werden, die Gebäude haben dann mindestens den Minergie-Standard zu erfüllen. Die Anforderungen gelten auch für PPP-Projekte.

2.Bei der Sanierung von Gebäudehüllen muss die Einhaltung des Minergie-Standards erfüllt sein. Die allfällige Nichteinhaltung des Minergie-Standards aufgrund ungünstiger baulicher oder technischer Voraussetzungen muss begründet werden. In den begründeten Ausnahmefällen soll stattdessen mindestens der Neubau-Grenzwert für den Heizwärmebedarf nach SIA 308/1 eingehalten werden. Kleinbauten und Bauten ohne Energiebezugsfläche sind ausgenommen.

Begründung:

Burgdorf hat es in den letzten Jahren verpasst, seine Gebäude Energetisch richtungweisend zu bauen. Im Minergie-Rating 2007 der gemeindeeigenen Gebäude von Berner Gemeinden liegt die Stadt Burgdorf auf dem Rang 25, weit hinter vielen vergleichbaren Gemeinden im Kanton Bern.

Aber viel wichtiger ist die Reduktion des Verbrauchs von fossilen Energien, die Stabilisierung des Stromverbrauchs und die Steigerung des Anteils an erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch sind zentrale Ziele der Umweltpolitik der nächsten Jahre. Ein wichtiger und verhältnismässig einfach zu realisierender Beitrag dazu kann und muss im Neubau-Bereich geleistet werden, wo mit Bauten nach Minergie-P-Standard ohne Komforteinbussen und ohne nennenswerte Verhaltensveränderung der Benutzer sehr viel (fossile) Energie eingespart werden kann.

Mit dem Label Minergie-P werden Bauten nach schweizerischen Normen definiert, die dank dem eigenständigen, am niedrigen Energieverbrauch orientierten Gebäudekonzept im Vergleich zu bestehenden Wohngebäuden rund 90% Energie einsparen. Neben den generellen Anforderungen, wie sie Minergie auch kennt, bilden vor allem Grenzwerte den zentralen Teil der Definition Minergie-P. Es werden Grenzwerte für den Heizwärmebedarf, den spezifischen Heizleistungsbedarf, die gewichtete Energiekennzahl, die Luftdichtheit der Gebäude-hülle und den Strombedarf von Haushaltgeräten definiert.

Den höheren Investitionskosten von ca. 5-10 % stehen dabei deutlich geringere Betriebskosten gegenüber – der Mehraufwand beim Bauen amortisiert sich unabhängig vom angenommenen Kostenszenario für die verschiedenen Energieträger innert weniger Jahre. Nur schon aus ökonomischen Gründen ist die Stadt Burgdorf gut beraten, auf Minergie-P-Bauten zu setzen und damit die wiederkehrenden Kosten zu minimieren.

Die Stadt Burgdorf soll mit gutem Beispiel vorangehen und bei Ausschreibungen von städtischen Bauvorhaben den Minergie-P-Standard zum frühestmöglichen Zeitpunkt als Voraussetzung festlegen. In begründeten Fällen können Ausnahmen gewährt werden, die Gebäude haben dann mindestens den Minergie-Standard zu erfüllen. Sinnvolle Ausnahmen sind selbstverständlich möglich.

Namens der GFL-Fraktion

Andrea Probst

Zu Stadtrat Burgdorf