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Stand: 14.3.2004

Interpellation - zweite Nachfrage betreffend Stand der Realisierung der Fachkommission für Gleichstellungsfragen

Das Objektblatt 4.16 im Richtplan fordert die Schaffung einer Kommission für Frauenanliegen. Diese Forderung wurde im November 1997 in einem Zielvereinbarungsgespräch konkretisiert.

Am 28. April 2003, also vor fast einem Jahr, beantwortete der Stadtpräsident im Namen des Gemeinderates eine Interpellation mit dem obigen Titel. Dabei wurden einige Aussagen gemacht, die heute noch einmal hinterfragt werden müssen:

1.Eine zweite Lesung der Verordnung zu den ständigen durch den Gemeinderat eingesetzten Kommissionen war gemäss damaliger Aussage nach den Sommerferien 03 geplant. Wurde dieses zweite Lesung durchgeführt? Wie wurde diese Arbeit weitergeführt?

2.Der Stadtpräsident führte aus, dass der Aufgaben- und Zuständigkeitsbereich dieser Kommissionen definiert werden müsse. Das von der Arbeitsgruppe für Frauenfragen am 1.12.1999 vorgelegte Reglement für die Gleichstellungskommission ist sorgfältig und detailliert erarbeitet und könnte direkt übernommen und umgesetzt werden. Was hindert den Gemeinderat, das zu tun?

3.Seit drei Jahren verfüge die Stadt über eine erstklassige Personalleiterin, die für die Gleichberechtigung der Anliegen schaue, wurde in der Antwort ausgeführt. Wie ist es dann zu erklären, dass in dieser Zeit ausschliesslich Männer auf der höchsten Hierarchiestufe der Stadtverwaltung angestellt wurden und zusätzlich die bisher einzige Frau bei einer Rochade ebenfalls durch einen Mann ersetzt wurde?

4.Ist sich der Gemeinderat bewusst, dass es, um Gleichstellung auszuüben und durchzusetzen, nicht nur weiblicher und männlicher Formulierungen bedarf? Dass Stellen auf ihre wirklichen Anforderungen hin durchleuchtet, Stellenprofile neu überdacht und Stellenausschreibungen anders formuliert werden müssen, um Frauen überhaupt zu einer Bewerbung zu bewegen? Gibt es in der Verwaltung eine Person, die über entsprechendes Gleichstellungs- oder Gender-Wissen verfügt und bei Entscheiden beigezogen wird?

5.Das FrauenNetz Burgdorf ist inzwischen als Institution verankert, die bei grösseren Geschäften als Vernehmlassungsorgan begrüsst wird. Das ist immerhin schon etwas. Ist sich der Gemeinderat jedoch bewusst, dass hier einmal mehr ehrenamtlich, ohne offizielle Legitimation und gratis von den Frauen viel und wichtige Gleichstellungsarbeit geleistet wird?

Welcher Tag als der heutige internationale Tag der Frau wäre besser geeignet, um mit allem Nachdruck darauf hinzuweisen, dass hier ein unbestrittenes, berechtigtes und sogar im Richtplan verankertes Gleichstellungsanliegen - vorsätzlich oder einfach nachlässig - ungebührlich verzögert wird!

Burgdorf, 8. März 2004

Regina Mumenthaler-Biefer

Zu Stadtrat Burgdorf