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Mail an: Gemeinde Lyssach, 3421 Lyssach
Sehr geehrte Damen und Herren
Grundsätzlich sehen wir der Entwicklung von Einkaufszentren im Grünen mit Besorgnis entgegen. Dadurch werden zukünftige Verkehrsprobleme vorprogrammiert, wie wir sie ansatzweise bereits heute bei der Autobahnkreuzung Kirchberg erleben. Dieser Entwicklung muss mit konsequenter Anbindung an ein ausgebautes öV-Netz vom ersten Tag an sowie mit ursachengerechter Finanzierung Gegensteuer gegeben werden. Die Auswirkungen der Entwicklung Bernstrasse zeigen sich nicht nur auf der die Planung betreffende Basiserschliessungsstrasse, sondern ziehen sich bis nach Burgdorf, Kirchberg etc. hinein.
Anlässlich der Informationsveranstaltung vom 28. Juni 2001 erhielten wir Einblick in die Planung Bernstrasse. In der nun laufenden Mitwirkung nehmen wir gerne zu folgenden zwei Bereichen Stellung:
Finanzierung:
Die Bernstrasse ist heute eine Basiserschliessungsstrasse zwischen Lyssach, Hindelbank, Kirchberg - Alchenflüh, Burgdorf, Fraubrunnen etc. und wurde durch den Kanton entsprechend dem Verkehrsaufkommen genügend ausgebaut und unterhalten.
Gemäss Bauverordnung darf der durch Einkaufszentren verursachte Motorfahrzeugverkehr das öffentliche Strassennetz nicht überlasten. Dies geschieht hier bereits heute! Alle, die als Folge der Umzonungen und Überbauung der Landflächen zwischen Bernstrasse und Autobahn entstehenden Kosten müssen daher, verursachergerecht, durch die Gemeinden Lyssach und Kirchberg-Alchenflüh sowie die Bauherrschaften getragen werden (BauVo Art. 28).
Davon abweichenden Erschliessungsvereinbarungen zu Lasten der Kantonsfinanzen sind nicht einzugehen.
Öffentlicher Verkehr:
Die Bauverordnung schreibt Erreichbarkeit durch das Netz des öffentlichen Verkehrs von Beginn weg zwingend vor (BauVo Art. 26). Diese Anforderung ist erfüllt, sobald eine in kürzeren Zeitabständen bediente Haltestelle des öffentlichen Verkehrsmittels gewährleistet ist (BauVo Art. 26 Abs. 2) Gemäss den aufliegenden Plänen sollen neu drei Haltestellen erstellt werden, was wir sehr begrüssen.
Heute wird die Bernstrasse mittels einer einzigen Bushaltestelle und fahrplanmässig ungenügend erschlossen. Es ist den IKEA-Angestellten heute nicht möglich, mit dem Bus zur Arbeit zu fahren, da dieser statt kurz vor sieben Uhr morgens erst um ca. 07.10 Uhr ankommt.
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Damit die neu drei Haltestellen nicht zu einer Alibiübung verkommen sondern von Beginn weg eine attraktive und echte Alternative zum MIV bieten, fordern wir eine aktive Planung und vor allem die Initiative seitens der Gemeinden Lyssach und Kirchberg - Alchenflüh:
- Beide Gemeinden setzen sich aktiv und frühzeitig beim Kanton für eine attraktiven öV-Verbindung ein.
- Der Kanton ist aufgrund der gemeldeten Bedürfnisse für deren Umsetzung zuständig, aufgrund dieser sich Anbieter um Übernahme des Betriebes bewerben können.
Das heutige Verkehrsaufkommen übertrifft massiv die anlässlich des Baugesuches der IKEA gemachten Prognosen mit den bekannten chaotischen Auswirkungen und Immissionen für die Bevölkerung der näheren und weiteren Umgebung. Deshalb fordern wir eine ganzheitliche Lösung, die ab erstem Tag greift, die ein Umsteigen unterstützt bzw. dieses wesentlich erleichtert und die vor allem finanzielle Anreize für die Unternehmungen enthält. Hier sind primär die involvierten Gemeinden gefordert.
1.Die öV-Haltestellen müssen von Beginn an in kürzeren Intervallen bedient werden als heute. Die entstehenden Kosten sind ab erstem Jahr durch die Betreiber der Einkaufszentren zu tragen und dürfen nicht auf die Allgemeinheit abgewälzt werden (Verursacherprinzip).
2.Vertraglich vereinbarte “Kann”-Formulierungen mit zeitlichen verzögerten Folgen bei Nichteinhaltung des Kontingentes an Kundenbewegungen (wie anlässlich des Orientierungsabends vermittelt) genügen uns nicht. Überschreitungen müssen für die Unternehmungen umgehend Konsequenzen finanzieller Art nach sich ziehen.
Wir danken Ihnen für die offene Orientierung und hoffen auf die Berücksichtigung unserer Anliegen im Interesse der BewohnerInnen unserer Gemeinden, der BenützerInnen der Basiserschliessungsstrassen sowie der steuerzahlenden Bevölkerung des Kantons Bern.
Grüne Freie Liste Amt Burgdorf Johanna M. Wälti-Schlegel Vizepräsidentin / Grossrätin 3400 Burgdorf
Burgdorf, 22. Juli 2001
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