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Stand: 7.10.2007

Oberingenieurkreis IV
Tiergarten 1
3400 Burgdorf

Burgdorf, 14. September 2007

Zweckmässigkeitsbeurteilung Verkehrserschliessung Emmental: Mitwirkung

Stellungnahme der Grünen Freien Liste (GFL) Burgdorf

Sehr geehrte Damen und Herren

Gerne nehmen wir die Gelegenheit wahr, zur Zweckmässigkeitsbeurteilung Verkehrserschliessung Emmental (ZMB) Stellung zu nehmen.

Absolute Priorität hat nun die Sanierung der Ortsdurchfahrt und der beiden Bahnhübergänge in Burgdorf. Wir befürworten daher die Lösung Null+ und verlangen, dass diese umgehend angegangen wird. Parallel dazu soll daran gearbeitet werden, eine Verkehrsberuhigung und eine Verlagerung auf öV und LV zu erzielen. Dafür sollen auch vom Kanton Finanzen bereit gestellt werden.

Die Resultate der ZMB liegen jetzt auf dem Tisch. Die Variante West (Untertunnelung Rothöhe) wird als favorisierte Variante weiter verfolgt. Die Umfahrung West bringt den FahrerInnen ins Emmental keinen grossen Nutzen, das nächste Nadelöhr befindet sich bereits hinter dem Tunnel in Oberburg.

Allein auf Burgdorfer Gemeindegebiet kostet das Vorhaben rund 240 Mio. Franken. Bei der Planung ging man von einer jährlichen Zunahme des individuellen motorisierten Verkehrs um 1% aus. Die Realität liegt jedoch aktuell bei 0.65%. Das Projekt ist völlig überdimensioniert. Die Strasse ist für Geschwindigkeiten um 80 km/h gebaut, der Langsamverkehr ist kein Thema. In einer Zeit, da die Reduzierung von CO2 auf allen politischen Bühnen heiss diskutiert wird, wird hier ein Projekt vorgelegt, das eine hemmungslose CO2-Produktion fördert, da bekanntlich neue und schnelle Strassen das Verkehrsvolumen ansteigen lassen.

Die Einschätzung, dass der Verkehr jährlich um 1% wachsen wird, können wir nicht teilen. Das wäre eine absolute Schreckensvision. Anstatt diese Entwicklung zu fördern oder resigniert hinzunehmen, muss mit Nachdruck ein Umsteigen auf andere Mobilitätsformen vorangetrieben werden.

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Wie in Untersuchungen belegt wurde, generiert Burgdorf den weitaus grössten Teil des Verkehrs selber. Es liegt somit auf der Hand, dass die Umfahrung keine wesentliche Entlastung bringen würde.

Es fällt weiter auf, dass bei der Planung Umweltanliegen kaum berücksichtigt werden, so wird z.B. das Meienmoos durch die Linienführung am Rand beeinträchtigt. Das Naherholungsgebiet und die verbleibende Landwirtschaftszone müssen geschützt werden. Durch die vorgeschlagene Linienführung würde bestes Kulturland verloren gehen, würden ein Naturschutzgebiet und ein Landschaftsschutzgebiet beeinträchtigt. Einige Liegenschaften im Bereich der Umfahrung würden an Wert verlieren, andere müssten abgebrochen werden. Für die AnwohnerInnen würde eine erhebliche Beeinträchtigung durch Lärm und Abgas-Emissionen entstehen.

Die Umfahrung West bringt der Stadt Burgdorf einen grossen Standortnachteil. Nachdem bereits jetzt die Bahn für Städteverbindungen nicht mehr durch die Stadt fährt, sondern diese links liegen lässt, würde dasselbe bei der Strasse geschehen. Eine Stadt, die niemand wahrnimmt, gerät ins Hintertreffen.

Gerne hoffen wir, dass unsere Bedenken in die weitere Planung einfliessen werden.

Freundliche Grüsse

Im Namen der GFL Burgdorf

Regina Mumenthaler

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