Wichtig sind jetzt dann natürlich die politische Durchsetzung dieser Absichten und die Umsetzung dieser Vorhaben in die Praxis, sowie die Kontrolle ihrer Einhaltung. Die für Controlling und Monitoring zuständigen Gremien müssen geschlechterparitätisch zusammengesetzt sein.
Der Lieferverkehr in der (verkehrsfreien) Oberstadt birgt Gefahren für Kinder und ältere Menschen. Die Oberstadt ist nicht eindeutig als FussgängerInnenzone erkennbar, allzu viele PWs, Last- und Lieferwagen passieren die Strassen den ganzen Tag über. Trotz Einwänden aus Gewerbekreisen sollte sich die Stadt vermehrt dafür einsetzen, den (notwendigen) Verkehr auf einen bestimmten Zeitraum zu beschränken. Mit vermehrter Information und weiteren Massnahmen (Signalisation, Sperren, Hindernisse) könnte dies unterstützt werden.
Im Hinblick auf Vision Zero sollte vor allem die Oeffentlichkeitsarbeit intensiviert werden. Wie in vielen Verkehrsbereichen besteht auch hier ein Informations- und Kommunikationsdefizit. Die Achtung Kinder-Plakate sollten nicht nur zum Schuljahresbeginn aufgestellt werden, sondern mindestens jedes Mal nach den Ferien und während längerer Zeit. Bei den Schulwegen an den Hauptachsen wäre zu prüfen, ob die Sicherung, welche im Moment praktisch ausschliesslich aus Verkehrsinseln besteht, während den Schulbeginn- und -schlusszeiten durch andere Massnahmen verbessert werden könnte (z.B. Verkehrsregelung durch Freiwillige, evtl. Arbeitslosenprojekt).
Oeffentlicher Verkehr: Der Busfahrplan müsste unbedingt auf die Abend- und Nachtstunden sowie auf den Sonntag ausgedehnt werden (evtl. Rufbussystem). Die Verbindung (Anschluss an Intercity) nach Basel ist seit Jahren äusserst ungenügend.
Veloverbindungen: Die Vision der Radwegverbindungen entlang den Bahntrassees ins Stadtzentrum ist auf jeden Fall weiterzuverfolgen.
Der Friedhofweg bietet eine unbefriedigende Situation. Hier sollte durch einen Streifen oder eine Signalisation eine Trennung von Fuss- und Veloverkehr erfolgen.
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Sorge bereitet auch die Einfahrt West in die Stadt. Für viele ist dies der kürzeste Weg zum Bahnhof und in die Einkaufsstrasse. Die Velos werden von den Lastwagen an den Rand gedrängt.
Die Poststrasse soll wieder zur Einbahnstrasse umfunktioniert werden. Das hat jahrelang gut funktioniert. Dagegen bietet die heutige Situation ein hohes Gefahrenpotential für FussgängerInnen und VelofahrerInnen.
Abschüssige Fusswege (Ententeich, Unterführungen) sind besser zu sichern, evtl. mit Schikanen zu versehen. Die Velos sind dort häufig viel zu schnell unterwegs und gefährden Kinder und ältere Menschen.
Auch die Veloverbindung zwischen Ober- und Unterstadt ist sorgfältig zu prüfen. Es ist klar, dass der Weg über die Pflastersteine in die untere Altstadt je nach Witterung sehr gefährlich ist. Andererseits ist auch der Weg abwärts durch den Ententeich gefährlich wegen dem hohen Tempo. Hier muss über mögliche Varianten noch einmal intensiv nachgedacht werden.
Vor der Realisierung weiterer verkehrsberuhigter Strassen (z.B. Lyssachstrasse) soll eine Evaluation der bereits bestehenden (z.B. Technikumstrasse) erfolgen, um daraus die notwendigen Erkenntnisse zu gewinnen. Der Umbau der Steinhofstrasse soll einhergehen mit einer Beruhigung und Verflüssigung und auch Lärmschutzmassnahmen beinhalten. Im Miminum eine sichere Fussquerung auf der Höhe des Friedhofs muss eingeplant werden. Auch die Querung über die Bernstrasse zum Friedhof ist zu verbessern.
Die Begegnungszone funktionieren i.d.R. gut. Trotzdem ist regelmässig noch eine Missachtung des Fussgängervortritts und Uebertreten der Geschwindigkeit festzustellen. Auch hier: bessere Öffentlichkeitsarbeit und weitere bauliche Massnahmen.
Tempo 30 in den Quartieren unterstützen wir sehr. Wir wünschen uns, dass diese Massnahme möglichst rasch eingeführt wird, da nicht einzusehen ist, weshalb noch so lange zugewartet werden soll nach Einführung des Verkehrsrichtplans. Die begleitenden baulichen Massnahmen könnten ja auch später sukzessive erfolgen. Hingegen muss eine intensive Kontrolle (evtl. Selbstanzeige-Tafeln für die gefahrene Geschwindigkeit) sofort erfolgen. Weiter ist die Planung von autofreien Siedlungen ins Auge zu fassen.
Langzeitparkplätze im Bahnhofquartier sind gesucht, evtl. ist eine Zusammenarbeit mit den Geschäftshäusern (z.B. Mergele) möglich.
Beleuchtung an vielen strategischen Stellen verbessern: Ententeich, Gotthelfpark, Friedeggstrasse, Haldenweg. Alle diese sind Verbindungswege zwischen verschiedenen Quartieren. Hingegen nützt es nichts, wenn zwar eine Laterne leuchtet, diese aber wegen Gebüsch kaum sichtbar ist. Eine straffe Kontrolle von solchen neuralgischen Punkten müsste auch stattfinden.
Die Massnahmen zur Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes sind ein wichtiger Punkt, denn Eltern mit kleinen Kindern und ältere Menschen haben häufig die gleichen Probleme wie die Behinderten.
Burgdorf, 28. April 2003