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Tribüne / Leserbrief September 2002
Miteinander und nicht gegeneinander
Es hat mich sehr befremdet, welche Aussage des Burgdorfer Stadtpräsidenten wir letzten Samstag in der Berner Zeitung lesen mussten. Er zeigte sich als Stadtpräsident, welcher das Millionengeschäft “Umgestaltung Durchfahrt Burgdorf” nicht kennt und sich deshalb nicht dazu äussern könne. Unbegreiflich für mich in Anbetracht dessen, dass dieses Projekt bis Ende dieser Woche noch öffentlich aufliegt. Ich frage mich deshalb: - wie weit unser Stadtpräsident die Interessen “seiner” Stadt vertritt, wenn es ihm unwichtig zu sein scheint, wie die kostenintensive Neugestaltung der wichtigen Achse durch unsere Stadt aussehen wird. - wie weit unser Stadtpräsident die Interessen der Burgdorfer Bevölkerung überhaupt wahrnimmt, wenn ein aktuelles Millionenprojekt, auch aus unseren Steuergeldern finanziert, ihn nicht zu interessieren scheint. - wie weit unser Stadtpräsident daran interessiert ist, eine hohe Lebensqualität für die Bevölkerung von Burgdorf anzustreben. - wie weit unser Stadtpräsident sich seinen GemeinderatskollegInnen gegenüber kollegial verhält, wenn er die Mehrheitsmeinung nicht gegen aussen zu vertreten bereit ist.
Die Neugestaltung der Durchfahrtsachse in Burgdorf ist für Burgdorf eine Chance! Sie will eine Verstetigung des Verkehrs und dadurch die längst nötigen sichereren Querungsmöglichkeiten für die BewohnerInnen bringen.
Unsere Stadt wird durch die Einführung dieses neuen Verkehrsregimes und die dadurch sich entwickelnde neue Verkehrskultur (miteinander statt gegeneinander nach dem Vorbild der neu gestalteten Seftigenstrasse, Bern) lebenswerter werden. Dafür muss sich ein Stapi von Burgdorf, der seinen 100%-Lohn von den StimmbürgerInnen erhält, einsetzen! Als Bürgerin und Grossrätin von Burgdorf erwarte ich, dass er seine Aufgaben in Zukunft auf der Sachebene wahrnimmt und erfüllt - d.h. als Stadtpräsident nicht Parteipolitik betreibt.
Johanna M. Wälti-Schlegel dipl. Sozialversicherungsexpertin Eymatt 27 3400 Burgdorf
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