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Grossrat-Kolumne Septembersession 2004
Berner Bär, warum ist Dein Fell so verfilzt?
Seit Jahrhunderten kleben Bern und der Filz zusammen wie Pech und Schwefel. Immer wieder ist die Rede von Vetternwirtschaft und Filz.
Wir schreiben das Jahr 1720. Eine Bankenkrise erschüttert den Kantons Bern! Im Sog einer Spekulationswelle platzt die „South Sea Bubble“ (genannt nach der South Sea Company, die über die Konzession zum südamerikanischen Sklavenhandel verfügt). Sie reisst zwei eng mit dem Berner Patriziat verbundene Bankhäuser in den Ruin. Berner Staatsgeld und Privatvermögen vieler wohlhabender Berner Privatleute im heutigen Wert von rund 80 Millionen Franken gehen verloren!
Wir schreiben das Jahr 1984. Rudolf Hafner der Freien Liste, Revisor bei der Finanzkontrolle, deckt den Berner Finanzskandal auf. Die schlussendlich doch noch eingesetzte Besondere Untersuchungskommission stellt Misswirtschaft der bürgerlichen Regierungsräte fest.
Wir schreiben das Jahr 1992. Das BEKB-Debakel erschüttert den Kanton Bern. Allein die Zinsen zum Abtragen des hohen Schuldenberges belasten jede steuerzahlende Person während Jahren mit 130 Franken!
Wir schreiben die Jahre 1993/94. Der Kanton Bern muss sich mit der Justizaffäre (Fall Zwahlen) beschäftigen.
Nun sind wir im Jahr 2004. Und diesmal betrifft es die LehrerInnen-Pensionskasse BLVK. In den letzten 13 Jahren ist wegen Günstlingswirtschaft und Unprofessionalität eine Deckungslücke von über einer Milliarden Franken entstanden.
Sind wir im Kanton Bern wirklich seit Jahrhunderten nicht lern- und veränderungsfähig, zu obrigkeitsgläubig? Es ist Zeit, dieser schlechten Tradition den Rücken zu kehren. Das filzige Fell des Berner Bären muss durchkämmt werden, auch wenn er dabei Haare lassen muss!
Johanna Wälti Grossrätin GFL
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