|
Interpellation
Grimm Grüne
Soll
das erfolgreiche KV - Grundausbildungsmodell durch die Verstaatlichung aufs
Spiel gesetzt werden?
Werden die
Berufsschulorganisationen im Emmental und Oberaargau durch die vom Regierungsrat
beschlossene Verstaatlichung wirklich optimiert?
Anfang November wurde über die Presse
verkündet, dass die Berufsschulen im Emmental und Oberaargau optimiert würden.
Dabei geht es darum, dass die traditionsreichen Kaufmännischen Berufsschulen
Emmental und Oberaargau per Sommer 2014 einerseits kantonalisiert und
andererseits mit den Gewerblichen Berufsfachschulen in lokale
Berufsbildungszentren zusammengeschlossen werden sollen.
Die Trägerschaften der beiden Schulen
boten von Beginn an Hand für konstruktive Lösungen die eine verstärkte
Zusammenarbeit (oder Zusammenschluss) der beiden Kaufmännischen Berufsschulen
Langenthal und Emmental als starkes Kaufmännisches Berufsbildungszentrum
Emmental-Oberaargau beinhalten würde. Das deshalb, weil diese davon überzeugt
sind, dass dadurch echte Synergien in den Bereichen Fachlehrkräfte, Organisation
und Administration geschaffen werden können.
Eine von einer
privatrechtlichenTrägerschaft geführten Schule kann wesentlich schlanker und
finanziell günstiger geführt werden. Die Abläufe sind generell und insbesondere
in den Bereichen Instandhaltung und Investitionen der Liegenschaften kürzer und
effizienter. Die Kosten sind tiefer und transparenter.
Gerade die Kaufmännische Ausbildung,
die von allen Grundbildungsangeboten der Schweiz weitaus den grössten Anteil
einnimmt, soll nun in Berufsbildungszentren als Anhängsel geführt werden. Durch
die Verstaatlichung werden gerade die Stärken dieser Struktur abgebaut.
Synergien bei den kaufmännischen Berufsschulen – bzw künftigen
Berufsschulabteilungen könnten höchstens erschwert genutzt werden.
Der Zusammenschluss kann zu neuen
Problemen führen, die sich für den Kanton finanziell negativ auswirken könnten.
Zum
Seitenanfang
Der Regierungsrat wird in diesem
Zusammenhang gebeten, die nachfolgenden Fragen zu beantworten:
1.
In welchen unterschiedlichen Bereichen
arbeitet der Staat auch noch mittels Leistungsaufträgen mit privaten
Organisationen und Trägerschaften zusammen?
2.
Wo liegen dabei die generellen
Vorteile?
3.
Wie hoch sind die Kosten pro Lektion
bei einer Vollkostenrechnung inklusive Berücksichtigung sämtlicher
Unterstützungsfunktionen wie Informatik, AGG usw. bei rein staatlich geführten
Schulen im Vergleich zu Organisationen, die durch private Trägerschaften mit
Leistungsaufträgen des Staates geführt werden?
4.
Durch die unternehmerische Tätigkeit
der privaten Trägerschaften und deren Weiterbildungsangeboten wird der
Kostenbeitrag des Staates an die suventionierte Abteilung verkleinert (Lektionenschlüssel).
Verzichtet der Regierungsrat künftig auf diesen Beitrag?
5.
Wie sind die administrativen Abläufe
zur Erledigung von Unterhaltsarbeiten und notwendigen Investitionen von
staatlich geführten Gebäuden?
6.
In welchem Verhältnis (Staat /
Private) stehen dabei die Kosten bei notwendigen Unterhaltsarbeiten und
Investitionen?
7.
Ist der Regierungsrat der Ansicht,
dass es sinnvoll ist, dass der Staat Gebäude - von privat in jeder Hinsicht sehr
erfolgreich geführten Schulen - für Millionenbeträge zu erwerben?
8.
Ist die Variante eines allfälligen
Zusammenschluss der Kaufmännischen Berufsschulen Emmental und Langenthal auf
mögliche Synergienutzungspotentiale und finanzielle Folgen für den Kanton
geprüft worden?
Es wird Dringlichkeit verlangt
Begründung: Den kaufmännischen
Berufsschulen wurde in den letzten Tagen ein Vertragsentwurf unterbreitet, zu
dem sie umgehend Stellung beziehen müssen. Die genannten Fragen wurden bei der
Evaluation kaum in Betracht gezogen und flossen zu wenig in den
Entscheidungsprozess ein. Anpassungen und Veränderungen sind immer eng mit
finanziellen Konsequenzen verbunden. Deshalb sind diese ganz besonders umfassend
in der Planung mit zu berücksichtigen. Vor der Unterzeichnung der Verträge für
solch einschneidende Massnahmen sind weitere Fragen zu klären, die für den
Kanton finanzielle Folgen haben. Aus diesem Grund ist die vorliegende
Interpellation schnell zu beantworten.
Eingereicht: 16.11.09
Zum
Seitenanfang
Zurück zu Grosser Rat |